Reisebericht über unsere Rückkehr nach Bam

Im Oktober reisen David und ich zusammen mit Sven Seifert, dem Projektkoordinator von arche noVa – mittlerweile ein guter Freund, und einem Filmteam des MDR zurück in den Iran nach Bam. Als wir in der Provinzhauptstadt Kerman landen und die Empfangshalle des Flughafens betreten, kommen erste Erinnerungen und Bilder wieder hoch. Hier lagen wir in der kalten Nacht nach dem Erdbeben zusammen mit Tausenden Verletzten auf dem Fußboden und warteten auf den Abtransport nach Teheran. Ich höre noch ganz deutlich die Schreie und das Wimmern der Menschen.
Unsere Fahrt nach Bam dauert zwei Stunden. Die ersten Bilder sind erschreckend für uns. Trümmer und Ruinen prägen noch immer das Straßenbild, als wäre das Erdbeben erst vor wenigen Wochen geschehen. Zwischen den Überresten ihrer Häuser wohnen die Menschen in Zelten oder Containern.
Alte Lehmziegel aus den Schutthaufen verwenden sie zum Bau von Mauern. Sie bieten Schutz vor Plünderungen und halten den staubigen Wüstenwind ab, der alles in ein trostloses Grau verwandelt.
Die wenigen Häuser die das Erdbeben scheinbar überstanden, haben auf den zweiten Blick tiefe Risse. Trotz der drohenden Einsturzgefahr nutzen die Menschen die Gebäude zum Wohnen und für ihre Geschäfte.
Wir kommen ins Zentrum. Hier sind die Aufräumarbeiten etwas weiter voran gekommen. Einst gab es hier belebte Einkaufsstraßen in einer dichten Bebauung.
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