Michael Runkel

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Überlebt und gerettet
Was ich erlebte

Ich befand mich zum Zeitpunkt der verheerenden Katastrophe als Rucksacktourist in einem Hotel in der Altstadt von Bam. Das Beben überraschte uns im Schlaf. Blitzschnell und ohrenbetäubend baute sich eine gigantische Welle zu einem verheerenden Brecher auf. Ich schrie meine englische Reiseleiterin noch an, als ihr Bett wie von unsichtbaren Kräften nach oben geschleudert wurde. Wir schafften es gerade noch zur Zimmertür, als im gleichen Augenblick die Decke herunterkrachte. Nach dem Beben war es einige Sekunden lang merkwürdig still. Ich weiß jetzt was Totenstille ist. Anschließend zwitscherten die Vögel, aber vor allem waren die Schreie lebendig Begrabener zu hören. Ringsherum waren nur noch Trümmer und Tote zu sehen.

Wie durch ein Wunder war ich nur leicht verletzt und half angetrieben durch einen Adrenalinstoß bei der Bergung der unter dem Hotel Verschütteten. Zum Graben blieben uns nur die bloßen Hände. Erst später brachte irgendwer eine Schaufel herbei. Im Lauf des Tages zogen wir einen nach dem anderen heraus, so auch David, von dem zunächst nur die Fingerspitzen zu sehen waren.

Nach der Kontaktaufnahme mit europäischen Botschaften, wurde ein offener Jeep vorbeigeschickt, der uns drei Stunden lang nach Kerman brachte. In dem total überlasteten Krankenhaus wurden wir erstversorgt. Anschließend ging es weiter in ein Hospital nach Teheran.

Das vor Ort gesehene Leid übertrifft all das, was man in Worte fassen kann. Es überschreitet die Aufnahmekapaziät der menschlichen Psyche und gerade deswegen ist es jetzt so enorm wichtig, hier einen kleinen Teil dazu beizutragen den Menschen zu helfen.

Michael Runkel
Michael Runkel

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