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Ich befand mich zum Zeitpunkt der verheerenden Katastrophe
als Rucksacktourist in einem Hotel in der Altstadt von
Bam. Das Beben überraschte uns im Schlaf. Blitzschnell
und ohrenbetäubend baute sich eine gigantische
Welle zu einem verheerenden Brecher auf. Ich schrie
meine englische Reiseleiterin noch an, als ihr Bett
wie von unsichtbaren Kräften nach oben geschleudert
wurde. Wir schafften es gerade noch zur Zimmertür,
als im gleichen Augenblick die Decke herunterkrachte.
Nach dem Beben war es einige Sekunden lang merkwürdig
still. Ich weiß jetzt was Totenstille ist. Anschließend
zwitscherten die Vögel, aber vor allem waren die
Schreie lebendig Begrabener zu hören. Ringsherum
waren nur noch Trümmer und Tote zu sehen.
Wie durch ein Wunder war ich nur leicht
verletzt und half angetrieben durch einen Adrenalinstoß
bei der Bergung der unter dem Hotel Verschütteten.
Zum Graben blieben uns nur die bloßen Hände.
Erst später brachte irgendwer eine Schaufel herbei.
Im Lauf des Tages zogen wir einen nach dem anderen heraus,
so auch David, von dem
zunächst nur die Fingerspitzen zu sehen waren.
Nach der Kontaktaufnahme mit europäischen
Botschaften, wurde ein offener Jeep vorbeigeschickt,
der uns drei Stunden lang nach Kerman brachte. In dem
total überlasteten Krankenhaus wurden wir erstversorgt.
Anschließend ging es weiter in ein Hospital nach
Teheran.
Das vor Ort gesehene
Leid übertrifft all das, was man in Worte fassen
kann. Es überschreitet die Aufnahmekapaziät
der menschlichen Psyche und gerade deswegen ist es jetzt
so enorm wichtig, hier einen kleinen Teil dazu beizutragen
den Menschen zu helfen. |