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Wir befanden uns auf einer Reise
von der Türkei auf dem Landweg nach Indien. Doch
schon nach einem Monat endete dieser Traum. Bei dem
verheerenden Erdbeben in Bam wurden wir, wie so viele
verschüttet. Das Unglück überraschte
uns schlafend am frühen Morgen, als plötzlich
ein Grollen und Donnern das Haus erschütterte.
Starr vor Angst konnten wir uns nicht bewegen und in
Sekunden brach das Gasthaus über uns zusammen.
Die relativ stabilen Doppelstockbetten aus Metall waren
unser großes Glück. Sie boten den einzigen
Widerstand gegen die herunterstürzenden Lehmbrocken
des Dachgeschosses. Doch das eingeschlossen sein in
der Dunkelheit, der Staub, der die Luft zum Atmen nimmt,
die Schreie der anderen verschütteten und die Last
der Trümmer versetzte uns in Todesangst.
Erst als wir Michael und Ruth nach uns rufen hörten,
konnten wir wieder Hoffnung schöpfen.
Mit ihrer Hilfe und der vieler einheimischer Helfer
konnte ich, Yvonne, nach 3 Stunden unverletzt geborgen
werden. David wurde nach 4 Stunden aus den Trümmern
gerettet und erlitt schwere Prellungen am ganzen Körper.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als wir uns
in die Arme nehmen konnten. Wir haben überlebt.
Die Bilder von Bam, zerstörte Häuser, Tote,
Verletzte und die verzweifelten Menschen, die alles
verloren haben, werden wir nie vergessen. |

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